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9 Dinge, die in Athen immer gehen

Athen: Blick auf die Akropolis

Eine Stadt zwischen Antike und Krise: Diese Beschreibung für Athen würde nicht nur zu kurz greifen, sondern der Metropole auch nicht gerecht werden. Tatsächlich ist die griechische Hauptstadt einer der wenigen Orte, wo Vergangenheit und Gegenwart an jeder Ecke aufeinander treffen und eine spannende Mischung erzeugen. Kultur, Gaumenfreuden, Meeresbrise, Shopping-Paradies, grüne Oasen aber auch herausfordernde politische Gegebenheiten: Athens has it all. Besonders im Frühling und Herbst ist die Stadt ein ideales Reiseziel für einen Kurztrip. Athen in 9 Highlights:

Athen von oben auf dem Lycabettus Hill

#1 ATHEN VON OBEN

Ab und an mal die Perspektive wechseln – das hilft nicht nur im Alltag, sondern es macht auch Athen noch ein bisschen schöner, als es sowieso schon ist. Ob tagsüber, wenn das Häusermeer der griechischen Hauptstadt aus 277 Meter Höhe einer Stadt auf dem Mond gleicht und der Olivenbaum neben der Kapelle des Heiligen Georgios, die man per Seilbahn oder zu Fuß erreicht, erlösenden Schatten spendet. Oder bei Sonnenuntergang, vom 115 Meter hohen Areopag, auch Areshügel genannt, aus, von wo aus man einen der besten Ausblicke auf die Akropolis hat.

Obwohl der Spot bei Touristen und Locals gleichermaßen beliebt ist, wird es hier nicht in Ansätzen so trubelig wie auf der Akropolis selbst. Allein der Weg dorthin – am liebsten durch den Mitte des 19. Jahrhunderts von Handwerkern gegründeten, weiß getünchten Stadtteil Anafiotika, ist so pittoresk, dass man sich Mühe geben muss, das eigentliche Ziel im Blick zu behalten und sich nicht in den teilweise weniger als einen Meter breiten Mamor-gepflasterten Gassen zu verlieren.

 

Athen: Dinner im Nolan

#2 HOTSPOTS FÜR FOODIES

Zum Frühstück geht es ins IT Restaurant im schicken Viertel Kolonaki, wo man sich am Sonntag zu einem der vielen Eispeisen noch einen der hauseigenen Cocktails genehmigen kann. Alternativ gibt es Frühstück on the go: Lasst euch in einer der zahlreichen Bäckereien eine Tüte voller Leckereien zusammenstellen oder nehmt einfach eine Blätterteigtasche:on the go: Lasst euch in einer der zahlreichen Bäckereien eine Tüte voller Leckereien zusammenstellen oder nehmt einfach eine gefüllte Blätterteigtasche: entweder als Tiropita mit Feta oder als Spanakopita mit Spinat.

Wer tagsüber hungrig wird, macht bei Not just falafel Stopp oder – für den süßen Zahn – bei Lukumades. Hier kann man die frittierten Hefeteigbällchen nicht nur ganz klassisch mit Honig und Zimt, sondern auch mit gefühlt jedem anderen erdenklichen Topping bestellen: ob mit weißer Schokolade oder mit Nutella-Eis, Banana Cream und Keksstücken.

Etwas erlesener wird es im Stadtteil Kolonaki im Sweet Alchemy: Star-Pâtissier Stelios Parliaros kreiert hier wahr gewordene Törtchen- und Pralinenträume und sorgt mit Zutaten und Zubehör dafür, dass diese auch in der heimischen Küche entstehen können.

Extrem gutes Abendessen gibt es im Nolan, das 2016 seine Türen geöffnet hat. Der Laden punktet nicht nur mit seinem Interior, sondern auch mit der Qualität und Kreativität der Küche – und natürlich dem sehr herzlichen Personal. In lauschigem Ambiente genießt man hier zum Beispiel aus der japanischen Küche stammende Buchweizennudeln mit Räucherlachs und Tahini, Shrimps und Brasse in Reispapier oder einen Salted Caramel Brownie mit karamellisierten Walnüssen. Dazu gibt es hauseigene Cocktailkreationen.

Für das nächste Mal Athen steht eine weitere Location schon ganz sicher auf der Liste: Das Zonars, das bei einem Blick durch die Scheibe in Sachen Interior so überzeugt hat, dass das Essen einfach mithalten können muss. Für einen Drink nach dem Dinner geht es, in Monasteraki, ins Barrett, in dem Kunst, Neon und gemütliche Möbel eine perfekte Symbiose eingehen und für einen unfassbar entspannten Ausklang des Tages sorgen. Wer es gerne mondän mag, der geht ins Noel: Neben den Cocktails besticht die Bar vor allem durch ihre Kombination aus Spiegeln, goldenen Accessoires, Palmblättern und Kronleuchtern – hier ist jeden Tag Weihnachten.

 

Das Olympieion in Athen

#3 KULTUR, KULTUR, KULTUR!

In Sachen kulturellem Erbe können nur wenige Städte mit Athen mithalten: Die Wiege der Demokratie kann sich vor kulturellen Highlights kaum retten. Neben der Akropolis, die von Touristen zwar überrannt wird, aber natürlich trotzdem einen Besuch wert ist, liegt das Odeon des Herodes Atticus, ein spektakuläres Amphitheater, das sehr gut erhalten ist und für das man den Eintritt (wenn man eh auf der Akropolis ist) praktischerweise gleich mitbezahlt.

Athen: Das Panathinaiko-Stadion

Ebenfalls einen Abstecher wert sind das Panathinaiko-Stadion, in dem 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen wurden, und das Hadrianstor, das die so typische Mischung aus Akropolis im Hintergrund und vorbeifahrenden Taxis perfekt einrahmt. Allein für diese und alle anderen Ausgrabungen sowie die Vielzahl der Museen kann man in Athen locker eine ganze Woche veranschlagen, wenn man möchte.

 

Athen: Ausblick vom A for Athens

#4 ATHENS ROOFTOP BARS

Athen oben ohne – an einem sonnigen Tag gibt es nichts Besseres. Und die Rooftop Bars in der griechischen Metropole können was! Die mit dem vielleicht schönsten Blick auf die Akropolis ist A for Athens. Die bei gutem Wetter oft völlig ausgelastete Dachterrasse erreicht man über den Eingang des zugehörigen Hotels, per Aufzug. Von oben blickt man über den Monastiraki Square mit seinen Obsthändlern, hat die Tzistarakis-Moschee im Blick und auch alle anderen Rooftop Bars. Abends taucht die Sonne die Stadt und die berühmtesten Säulen der Welt in warmes Licht, bis auch das dem nächtlichen Funkeln der Sterne weicht.

Nur zwei Minuten zu Fuß entfernt liegt, nicht ganz so hoch wie A for Athens, das 360°, das mit jeder Menge schattenspendendem Grün punktet. Im Stadtteil Thissio genießt man den Panoramablick vom Gazi View aus.

 

Athen: Im Concept Store Myran

#5 SHOPPING

Vor allem zwei Dinge sorgen in Athen für volle Einkaufstaschen: Concept Stores und Flohmärkte. In der Altstadt hat 2014 Forget me not eröffnet. Hier findet man die schönsten Fundstücke zeitgenössischen griechischen Designs – von Kleidung und anderen Textilien über Schmuck bis hin zur Papeterie, Kunst und Keramik. Besitzer Philippos hat es sich zur Maxime gemacht, in seinem zweigeschossigen Laden nur die Dinge zu verkaufen, die ihm selbst wirklich gut gefallen.

Mit seinem Gespür für Trends und gutes Design versammelt Philippos so manchen Hingucker in den  Regalen des Forget me not. Das Ergebnis: Eine beeindruckende Zusammenstellung manifestierten griechischen Zeitgeistes. Eigene Produkte wie ein „Timeless Diary“ perfektionieren das Angebot.

Athen: Im Concept Store GraffitoIn Kolonaki findet sich mit Graffito ein zweiter Concept Store, der vor allem durch eine feine Auswahl ausgefallener Möbel, Interior-Accessoires und Kleidung besticht. Zudem gibt es allerlei für Foodies zu entdecken: von typisch griechisch eingelegten Früchten, Ölen, Gewürzen und Spirituosen bis hin zur passenden Tableware. Im Untergeschoss finden sich Schnäppchen der letzten Saison. An den Laden angeschlossen ist ein kleines Café, in dem ihr richtig guten Kaffee bekommt.

Wer durch Kolonaki streift, wird früher oder später bei Myran vorbeikommen, wo man sich auf skandinavisches Design spezialisiert hat. Weit weg von Dänemark und Schweden kommen Scandi-Lovers trotzdem auf ihre Kosten. Klassiker und Newcomer werden hier seit 2004 kuratiert.

Athen: Das bedeutet auch Stöbern auf FlohmärktenFür Flohmarktfunde begibt man sich – vor allem sonntags – nach Monastiraki: Die Straßen sind gesäumt von kleinen mobilen Ständen, aber auch von vielen ansässigen Antiquitätenhändlern. Etwas schwieriger zu finden und nicht ganz so zentral ist MEGA Paliosinitheies, das wahrscheinlich vollgepackteste Antiquitätenlager ganz Athens. Hier findet man von der Schaufensterpuppe über Heiligenbilder bis hin zu antiken Schminktischen einfach alles. Die Preise sind unschlagbar – der Platz im Flugzeug leider nicht. Für einen Besuch sollte man sich Zeit nehmen, so viel gibt es zu sehen und entdecken. Wer mutig ist, steigt über eine schmale Treppen ins improvisierte Obergeschoss, in dem unzählige Sofas, Schränke und Stühle türmen – und dessen Boden sich bei jedem Schritt nach unten biegt.

 

Athen: Im Nationalgarten

#6 EINE AUSZEIT IM GRÜNEN: DER NATIONALGARTEN

In der Nähe des berühmten Syntagma-Platzes liegt der ehemalige Schlossgarten, der von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang öffentlich zugänglich ist. Mitten in der Stadt kann man hier durchatmen, die Sonne genießen und die Seele baumeln lassen. Im Herzen des Parks gibt es ein kleines botanisches Museum und auch auch mehrere Gehege mit typischen Streichelzootieren. Im Moment, in dem einen die Flora des Gartens verschluckt, geht das Entspannungsbarometer nach oben. Übrigens punktet Athen auch außerhalb des Gartens mit Urban Jungle-Feeling. Die üppig begrünten Balkone der Stadthäuser lassen das Herz höher schlagen.

 

Athen: Das Café Lotte

#7 RICHTIG GUTER KAFFEE

Guter Kaffee ist eine Kunst – die taf aus dem Effeff beherrscht. taf hat es sich zur Mission gemacht, qualitativ hochwertigen, nachhaltig und fair produzierten „specialty coffee“ nach Griechenland zu importieren. In der Filiale im Stadtteil Omonia gibt es den perfekten Kaffee für kalte oder heiße Tage, ob auf die Hand oder zum Mitnehmen für die French Press zu Hause. Das Schöne: taf hat auch einen Online-Shop, der dafür sorgt, dass man die Kaffeekunst auch zurück zu Hause nicht missen muss.

Ein Stück Paris in Athen: Das ist das Café und Bistrot Lotte unweit der Akropolis. Hier treffen Vintage-Charme und verspielter Retro-Chic auf selbstgemachte Kuchen und Tartes. Das Schönste: Am Tresen im offenen Fenster zu sitzen und das Treiben in den Straßen Athens zu beobachten.

Kaffee plus architektonisches Highlight? Das Museum für kykladische Kunst macht’s möglich. Im Lichthof dieses modern wie kunstvoll gestalteten weißen Museumsbaus lädt das Café mit seinen dunklen Holztischen und schattenspendendem Grün zum Verweilen ein. Spektakulär ist vor allem die Decke. Sie ist, lichtdurchlässig, aus verschiedenen Lamellen zusammengesetzt, die sich in einer Wellenbewegung über den Raum spannen und so ein Gefühl von Weite im Innen erzeugen.

 

#8 MEERESLUFT IN PIRÄUS

Zugegeben, ein bisschen geschummelt ist es schon: Piräus ist nicht Athen, aber doch so nah dran, dass man mit der grünen U-Bahn-Linie innerhalb von 20 Minuten (ab Monastiraki) hinfahren kann. Kein Wunder, dass der heute drittgrößte Mittelmeerhafen einst der historische Hafen Athens war. In Piräus kann man sich die Meeresbrise um die Nase wehen lassen, Yachten und Kreuzfahrtschiffe bestaunen oder am besten gleich den Griechenlandurlaub verlängern – per Fähre auf einer der Kykladeninseln wie Mykonos oder Santorin.

 

Athen: Ein Paradies für Streetart-Liebhaber

#9 AUF STREETART-TOUR GEHEN

Streetart, meist als Ausdruck von Unzufriedenheit mit dem politischen System, konnten die Athener schon immer. Man munkelt jedoch, dass erst die Wirtschaftskrise der Graffiti-Szene in Athen zu neuen Highlights verholfen hat. Heute sind vor allem verfallende Häuser zur Leinwand geworden, hat sich nicht nur die lokale und griechische, sondern auch die internationale Streetart-Elite in der Hauptstadt verewigt. In vielen scheinbar verlorenen Stadtteilen haben Farben und Exzentrik Einzug gehalten, schreit der Protest von den Wänden, tobt das Leben, wenn auch nur in 2D. Streifzüge durch die Viertel Anafiotika, Kallithea, Monastiraki, Gazi, Metaxouregi und Exarchia werden zum Feuerwerk für die Augen.

Athen: Eine Stadt in den Händen der Streetart-Künstler_innen

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1 Comment

  • Reply
    Steffi Schotenröhr
    11. April 2018 at

    Hey Taina,
    ich liebe deine Berichte und Fotos. Du hast eine coole, lebendige Art zu schreiben…Weiter so!!!
    Ich hoffe wir sehen uns mal ganz bald in Berlin, aber wird schwierig wenn du immer unterwegs bist…
    Ganz liebe Grüsse auch an Mutz…
    Steffi Schotenröhr

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