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Frühstück in Berlin

Frühstück im Café Krone in Berlin

Ich gebe zu: Mit gutem Frühstück kriegt man mich, vor allem an Wochenenden. Man mache mir einen richtig guten Milchkaffee – am liebsten mit Hafermilch –, habe lieber drei phänomenale als zehn mittelprächtige Frühstücksvarianten auf der Karte und beschäftige nettes Servicepersonal und mein Samstagmorgen hat die reelle Chance, der Auftakt zu einem grandiosen Wochenende zu sein.

Grundsätzlich finde ich, dass sich beim Frühstück schnell die Spreu vom Weizen trennt: Man merkt relativ schnell, wenn mit minderer Qualität gemauschelt wurde – beim Abendessen kann mit Saucen, Gewürzen oder Überbacken viel eher ein Gaumenfeuerwerk vorgegaukelt werden. Ein Hoch also auf das sich selbst enttarnende Frühstück – hier geht’s eindeutlich um die Kür. Nur bei einer Sache verstehe ich überhaupt keinen Spaß: Kaffee. Wenn es da nicht passt, kann das Essen noch so gut sein – da bin ich raus. Wie heißt es so schön auf der Postkarte, die bei mir bei der Arbeit über der Kaffeemaschine hängt? „How do you take your coffee? Seriously, very seriously.“

Dabei muss es beim Frühstück nicht mal wahnsinnig fancy sein, um mir zu gefallen. Eine gut gemachte Stulle ist mir lieber, als irgendein homemade Granola, das zwar acht Euro kostet, aber eigentlich nicht mehr kann als das Knuspermüsli aus dem Supermarkt. Nur, damit hinterher keiner sagt, ich hätte es nicht erwähnt: Klar finde auch ich es geil, wenn das Frühstück nicht nur wahnsinnig gut schmeckt, sondern auch danach aussieht – ein bisschen Foodporn darf’s schon sein.

Und weil mir daran gelegen ist, dass Berlin einen guten kulinarischen Eindruck hinterlässt, teile ich mit euch meine liebsten Frühstücksspots in der Hauptstadt – auf dass der Start in euer Wochenende herzhaft bis süß sein möge!

 

Frühstück im Suicide Sue in Berlin

Suicide Sue

Stullen kann sie, die Sue, die ihrem alten Leben als Kopfgeldjägerin im fernen Asien abgeschworen hat, um fortan Brotscheiben vom Laib statt Köpfe vom Hals abzutrennen – so zumindest der Gründungsmythos hinter diesem Kleinod am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg. Auf Frühstücksbrettchen serviert sie zum Beispiel Dr. Green (Krustenbrot mit Avocado-Chili-Aufstrich, Tomate und Sprossen), Posh (mit Limetten-Meerrettich-Aufstrich, Lachs und Rucola) oder die Mafia höchst persönlich (Thunfischaufstrich, Salami, Käse und Peperoni).

Wer’s nicht so monothematisch mag, kann selbstverständlich auch diverse Aufstriche nach eigener Facon mit Brotkorb, Butter und sonstigen Leckereien kombinieren – ob süß, herzhaft oder vegetarisch. Nicht zu verachten sind auch die Pancakes, die zum Beispiel mit Ahornsirup (und Bacon), frischen Früchten oder Zimt und Zucker daher kommen. Zugegeben: Günstig sind vor allem die Stullen nicht, dafür aber wirklich sehr lecker – ein Abstecher lohnt sich! Reservieren ist am Wochenende Pflicht, wenn ihr nicht eine halbe Stunde oder länger auf euren Platz warten wollte.

Hier geht’s hin: Dunckerstr. 2, 10437 Berlin

 

Frühstück im Vilja Café in Berlin Pankow - Rührei

Vilja Café

Für Manche geographisch schon völlig ab vom Schuss, beweist das Vilja eines: Pankow kann was – und das sage ich nicht nur, weil ich da wohne. Das Café ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, sodass man sich hier beim sonntäglichen Frühstück fast wie in den eigenen vier Wänden fühlt.

Frühstück im Vilja Café in Berlin Pankow - Interior

An der Theke gibt es wunderbares Gebäck, die Karte lockt ansonsten mit verschieden belegten Panini (Ziegenkäse! Honig! Trauben! Salat!), Rührei mit Bacon, Porridge mit Obst und allerlei Standards, die immer gehen. Was ich besonders mag? Das Motto dieses Kleinods in der Nähe der Vinetastraße, das so wichtig ist, dass es gleich mal gerahmt wurde: „Geld hatte ich nie, ich wollte nur Kaffee trinken.“

Hier geht’s hin: Maximilianstr. 1, 13187 Berlin

 

Frühstück im Café Krone in Berlin

Café Krone

Reservieren muss man hier sonntags unbedingt, und das nicht nur weil das Café Krone dank seiner 50er Jahre Sofas und der Blümchentapete wunderbar retro und wahnsinnig gemütlich ist – auch in der Küche wird hier morgens gezaubert. Passend zur Tapete kann man im Café Krone den Sonntagmorgen mit Tante Mali verbringen. Dahinter verbirgt sich ein Pancake-Trio der Extraklasse, dazu Beerenragout, Agavensirup und Minze – im Vergleich dazu sind Pfannkuchen zu Hause eben immer „nur Pfannkuchen, die mit dem fluffy American Dream im Café Krone nur wenig gemein haben.

Genauso sündig wie bei Tante Mali fühlt es sich auch unter der Sonne Panamas an (Pancakes mit Banane, Karamellsauce und Sahne) oder im Schatten des dazugehörigen Ahornbaums (Apfel-Rosinen-Kompott, Mohn, Ahornsirup und frische Beeren). Und für die Bacon-Liebhaber unter euch gibt’s Pancakes mit Spiegeleiern, Sour Cream, Schnittlauch und, natürlich, Bacon.

Wem das alles immer noch zu zuckrig ist, kann sich auch mit herzhaften Frühstücksvarianten vergnügen: Von Tiroler Bergkäse, über Avocadocreme, Bircher Müsli, Lachs, Obstsalat, milde Zitronencreme bis zu Eiern in allen Varianten – gerührt, gespiegelt, pochiert, mit Ziegenkäse und Rosmarin oder klassisch englisch mit Baked Beans – bleibt kein Frühstückswunsch offen. Obendrauf stimmt auch noch der Service und was ihr für euer Geld bekommt, kann sich sehen und schmecken lassen.

Hier geht’s hin: Oderberger Straße 38, 10435 Berlin

 

Commonground

Ich würde behaupten: Seit Monaten mein All-time Favorite (wenn auch etwas pricy für Berliner Verhältnisse)! Nicht nur könnte ich mich ausschließlich vom Berry Brioche French Toast (Blaubeer-Mascarpone und weiße Schokolade!) und dazu ein Latte mit Hafermilch ernähren, auch die komplette Einrichtung könnte ich sofort stibitzen und in den Pankower Altbau verfrachten: Zimmerpflanzen, Rattansessel, grünes Geschirr mit goldenem Besteck dazu, Makramee-Pflanzenhänger – you name it.

Meine Frühstückbegleitungen waren immer wieder ähnlich begeistert von The Commonground alias zwei pochierten Eiern auf Sauerteigbrot mit Avocado, gerösteten Tomaten, Salsa Verde und wahlweise Pilzen oder Bacon. Auch der norwegische Räucherlachs mit Rührei, Zitronen-Petersilien-Ricotta und Gurken-Kapern-Salsa sowie das hausgemachte Granola mit Mohn- und Chia-Pudding, Fruchtkompott und Joghurt punkten nicht nur optisch. Noch ein Pluspunkt für die Oase mitten in Mitte: Frühstück gibt’s täglich bis 16.30 Uhr. Und: Im Sommer könnt ihr im Schatten des grünen Innenhofs komplett vergessen, dass vor der Tür die Großstadt wartet.

Hier geht’s hin: Rosenthaler Str. 1, 10119 Berlin

 

lampe in der bar misiourlou in berlin frühstück

Bar Misirlou

Vom blassgrünen Sofa aus, inmitten von Retrosesseln, 50er-Jahre-Tischen und weiß getünchten Holzmöbeln, hat man in der Bar Misirlou am Helmholtzplatz den besten Blick auf Mitfrühstückende, Bar und Inneneinrichtung, während an der Decke die Kronleuchter funkeln. Schon der erste Schluck verrät: Der Milchkaffee ist richtig gut. Koffeinabstinente können auf frische Smoothies oder eine Auswahl feinster Trink-Chokoladen, zum Beispiel mit Chili, ausweichen. Wir entscheiden uns für das All In (2 Personen für 16 Euro) und das Griechische Frühstück, auch wenn die Torten in der Vitrine uns kurz ernsthaft in Versuchung führen.

In der Bar Misirlou wird alles mit viel Liebe zum Detail zubereitet. Die Küche setzt auf Frische, Vielfalt und Authentizität. Ob Bruschetta mit Olivenpasta, Frischkäse und Tomaten, griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen, Hummus, Bio-Lachs, eine Crème aus getrockneten Tomaten und Frischkäse, Serranoschinken, Pecorino, Johannisbeeren oder Weintrauben, dazu köstliches Roggenbrot und Ciabatta – heute bleibt wirklich kein kulinarischer Wunsch offen. Auch der Service ist super: Wasser gibt es ungefragt dazu und Kaffeedurst wird einem fast von den Augen abgelesen.

Hier geht’s hin: Dunckerstraße 10, 10437 Berlin

 

Frühstück bei Maison Han in Berlin Neukölln

Maison Han

Das Schöne an Berlin ist ja, dass die Welt hier zu Hause ist. Und so ist macht Maison Han es möglich, in Neukölln vietnamesisch frühstücken zu gehen. Da gibt es dann Rühreier auf vietnamesische Art mit Tomaten, Gemüsezwiebeln, Lauch und Kräutern, die man sonst eher beim Abendessen verorten würde. Oder gedämpfte und gefüllte Reismehl-Crêpes. Oder Eintopf. Das absolute Highlight für den süßen Zahn: Der Mango-Chiapudding, der im kleinen Glas serviert wird.

Richtig gut ist auch der Kaffee, dessen Bohnen direkt aus Vietnam importiert werden. Das Erlebnis gibt’s auch zum Mitnehmen – den Kaffeegenuss kann man zum Glück auch für zu Hause käuflich erwerben, vietnamesische Schokolade ebenso. Schön ist übrigens auch das Interior: Helle Holzmöbel, viele Pflanzen für das Urban Jungle-Gefühl und dazu jede Menge Rattan – ob in Lampen- oder Stuhlform. Vietnam-Feeling mitten in Neukölln? Maison Han macht’s möglich.

Hier geht’s hin: Pannierstr. 40, 12047 Berlin

 

Benedict

Frühstück 24/7 – was zuerst wie eine Schnapsidee klingt, wird in Charlottenburg traumhafte Realität. Hier könnt ihr auch noch nachts um 3 aufschlagen und euch die Bäuche mit dem Besten voll schlagen, was der Frühstückstisch rund um die Welt hergibt. Als wir unter der Woche das Abendessen gegen Frühstück eintauschen, probieren wir Shakhuka, das Avocado-Bagel-Frühstück (getoasteter Bagel mit Mayonnaise, geröstete Tomaten, gewürfelte Avocado, Rührei und Gouda, garniert mit Koriander), zu dem Salat und Kaffee oder ein Mimosa serviert werden, und – als ob das nicht gereicht hätte – den Cookie Mini Pancake mit flüssigem Schokoladenkern. Was soll ich sagen? Alles war wahnsinnig gut und der Pancake mehr als nur eine Sünde wert.

Was auf den Nachbartischen nicht minder gut aussah: Die Eggs Benedict in jeder erdenklichen Form. Ein weiterer Pluspunkt für das Frühstückskonzept, das ursprünglich aus Tel Aviv stammt: Das vegane Frühstück mit Kichererbsen-Pancake. Ab 16 Uhr kann man im Benedict, das auch durch sein schickes Interior überzeugt, übrigens auch reservieren, was swapping dinner for breakfast direkt noch mal attraktiver macht.

Hier geht’s hin: Uhlandstr. 49, 10719 Berlin

 

frühstück bei betty'n caty in berlin

Betty’n Caty

Die Karte verspricht Großes: Porridge mit Ahornsirup, Schokolade, Bananen und Haselnüssen, ein Sandwich mit hausgemachtem Hummus, Tomate und Gurke oder Toasties mit Ziegenkäse und Roter Beete. Außerdem: frische Smoothies mit klingenden Namen wie Morning After (enthält Sellerie, Spinat, Ingwer, Zitrone, Kokoswasser, Gurke, Ananas und Apfel) oder Good Karma (mit Banane, Blaubeeren, Mandelmilch, Kokoswasser, Hanfsamen und Zimt). Zu viele Entscheidungsmöglichkeiten für diese Uhrzeit! Wir bestellen schließlich: Avocado (dann doch die mit Hüttenkäse) mit Körnerbrot (6,50 Euro), Rührei und Tomaten auf Toast (7,00 Euro) und ein Bircher Müsli mit Pistazien und Beeren (3,90 Euro). Dazu – natürlich – Kaffee (2,90 Euro).

Das Team von Betty’n City wuselt und werkelt, was Küche und Theke hergeben. Das müssen sie auch, da der Besucherstrom in den gut eineinhalb Stunden, in denen wir es uns zwischen den Samtkissen gemütlich machen, kaum abreißt. Ein Geheimtipp ist das Café in der Nähe des Wasserturms schon längst nicht mehr. Trotz wahnsinnig viel Andrang verliert hier niemand seine gute Laune. Das gibt Pluspunkte.

Als unser Frühstück serviert wird, sieht alles zum Anbeißen aus. Leichte Abzüge gibt’s in der B-Note, weil die aufgetischten Mengen im Verhältnis zum Preis auf den ersten Blick ein wenig zu klein geraten wirken. Dennoch: Wir werden mehr als satt – Brot gibt es auf Nachfrage als kostenlosen Zuschlag.

Hier geht’s hin: Knaackstraße 8, 10405 Berlin

 

Café Liebling

In einem Eckhaus direkt am Helmholtzplatz wartet das Glück – nicht nur am Wochenende – in Form von Avocadobrot mit Frischkäse oder Alpenstückbrot mit Ziegenkäse, Rucola, Birne und Balsamico. Wer es klassischer mag, der bestellt Hefezopf, warme Zimtrolle oder ein Laugenbrötchen mit Butter und Kresse. Alternativ locken hausgemachtes Bircher Müsli oder Vanille-Quark mit Himbeeren. Hübsch angerichtet laden die verschiedenen Kleinigkeiten zum Einmal-durch-die-Karte-essen ein. Alte Holzmöbel, Vintage-Lampen, eine Theke, mit Mosaiksteinen besetzt, so geschwungen und imposant wie aus einem 20er Jahre-Film, komplettieren das das Bild. Der Duft von Kaffee liegt in der Luft.

Mein Highlight? Banana Bread mit Cream Cheese und Honig. Und dazu Milchkaffee. Viel Milchkaffee. Richtig gut. Und dabei habe ich mich noch nicht mal durch die Tortenvitrine probiert, obwohl ich Großartiges über sie hörte. Dazu gibt es die in Berlin fast schon obligatorischen hausgemachten Limos – zum Beispiel Holli Berry mit Soda, Limetten- und Cranberrysaft, Holunderblütensirup und frischer Minze – und Smoothies (Hulk aus frischem Spinat, Apfel, Petersilie, Ingwer und Zitrone). Bei all dem, was die Küche zaubert, wird auf lokal, regional und Bio gesetzt.

Die einzigen Minuspunkte: Die Portionen sind überschaubar, die Preise für Berlin in Ordnung, viel teurer sollte es aber nicht werden. Und: Reservieren kann man am Wochenende nicht. Deswegen lieber immer ein bisschen früher da sein.

Hier geht’s hin: Raumerstraße 36a, 10437 Berlin

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